Donnerstag, 22. September 2005
Kerzenlicht
Auch Musik, die man vor Jahren zu Zweit bei Kerzenschein gehört hat, macht heute bei Kerzenschein immer noch Spaß. Auch wenn ich mittlerweile alleine bin.

/np: Crematory - Caroline

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Abfall
Es ist gar nicht so leicht, 27 Jahre Leben auszumisten, die sich so im Keller angesammelt haben. Trotz meiner vorrauschauenden Ader hat es mir in manchen Momenten das Herz gebrochen. Heute wanderte in den Abfall:
  • Die beiden ferngesteuerten Autos, ein roter Porsche und ein schwarzer Buggy, die mir im Alter von 8 und 10 Jahren geschenkt wurden
  • Meine erste Kompakt-Stereoanlage (von großer Schwester geerbt), somit ist die letzte Möglichkeit, Schallplatten abzuspielen, dahin. Kack MP3's.
  • Mein Elektrobaukasten, den gabs mit 12 zu Weihnachten, ich lernt natürlich geschlechtsspezifisch wie ein Transistor und ein Elektrolytkondensator funktioniert. Und das mit Freude.
  • Das große auf alten Bettüchern gemalte Plakat zum Abischerz
  • Die Sammlung Donald Duck und Fix&Foxi Comics, über lange Zeit gesammelt und mittlerweile verabscheuungswürdig
  • Computerzeitschriften aus dem Jahre 1994, als ich meinen ersten PC basaß (interessant durchzuschauen, aber sinnloses Besitztum)
  • Die große Kiste mit all den Kabeln, Lötkolben, Platinen, Steckern und Schaltern, mit dem ich frühpubertäre Alarmanlagen für mein Zimmer gebaut habe
  • Das 1x2 Meter große Phil Collins Plakat von der "Both Sides" Tour 1994
  • und vieles andere, dessen Existenz mir schon lange nicht mehr bewusst/gleichgültig war.
Gleichzeitig konnte ich auch bei vielen Dinge es nicht übers Herz bringen, sie zu verlieren: Modelleisenbahn, Metallbaukästen, Legosteine und anderes wertvolles Jungenspielzeug, die wandgroße Weltkarte von 1989, alle Bandplakate von New Model Army und Pearl Jam, alle Filmplakate aus meiner Kinozeit, meinen Commodore C64 ink. Floppy, Datasette und Disketten, dem c't Magazin Jahrgang 1999-2002, allen (!) Festplatten, die je meine Computer geschmückt haben, die ganzen 2 Regalmeter Kinder- und Jugendbücher und viel anderer Kram, von dem ich in 5 Jahren wiederrum viel wegwerfen werde. Behalten kann man nun nicht alles. Auch wenn viel materielle Vergangenheit damit im Abfall landen.

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Collect some stars to shine for you, and start today there are only a few
Hilfe - bin ich gut drauf. Die obligatorischen Mittwochabendtreffen habe ich in letzter Zeit, zumal es auch die letzten ihrer Art waren, genossen. Heute war es wirklich schön. Traf man vor ein paar Jahren an diesem Abend noch alle Leute aus dieser Stadt, die es wert waren, gekannt zu werden, vereinsamten diese Treffen sehr stark - Studium, Job, Beziehungen, kein Bock: die Gründe für das Fortbleiben vieler Leute von dieser Stadt waren so vielfältig wie nachvollziehbar. Mittlerweile bin ich auch froh, endlich aus diesem einengenden Kreisen fort zu sein, in der Gewissheit, oft genug zurückkehren zu können, zumal mein neuer Wohnort in relativer Nähe ist. Trotzdem ist es eine ungekannte Art von Freiheitsgefühl, die mich überkommt. Auch wenn dieses von El Professore und dem neuen Job wahrscheinlich zuichte gamacht werden wird, heute abend bin ich mehr als zuversichtlich.

Es gibt so viel zu tun, es ist wuselig. Tausend Dinge zu erledigen, zu packen, zu organisieren. Und es ist schön zu sehen, dass treue Seelen sich auch bei der Umzugsarbeit beteiligen werden. Einer davon ist, schon seit mehrern Jahren außerhalb wohnend, und mittlerweile ein sehr guter Freund hat sich für nächste Woche angekündigt - ich glaube, es wird eine schöne Woche, und zugleich eine schwere - ich werde in die große weite Welt ans andere Ende des Ruhrgebietes hinausziehen.

Ich erinnere mich an das grauselige Gefühl, als ich vor mehreren Jahren meine eigene "Wohnung" in diesem Haus bezog - fort aus der Obhut der elterlichen Wohnung in die weite Welt (ein Stockwerk tiefer). In Sachen Wohnraum scheine ich eine sehr konservative Seele zu haben: Schon damals irritierte mich für eine kurze Zeit das neue Umfeld mehr als das es gut war. Wie soll es jetzt erst werden? Weit weg und unbeschützt vor den Grausamkeiten des Alltages?

Ich bin gespannt und - im Moment - guter Dinge. Man muss die Dinge nehmen, wie sie kommen. Und man sollte dabei nicht zögern. Stillstand ist Rückschritt.

From green to red our days pass by
Waiting for a sign to tell us why
Are we dancing all alone?

Collect some stars to shine for you
And start today, there are only a few
A sign of times my friend



/np: In Flames - Trigger

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