Mittwoch, 7. September 2005
MÖRDER!


"Nein, nein - ich war das nicht! Ich schnupper nur so aus Interesse an dieser toten Meise. Die lag hier einfach so rum! Mitten in einem Schlachtfeld aus Federn und Vogeleingeweiden. Ich würde doch nie sowas schreckliches tun! Miau!"

Glückwunsch an Tinky zu seinem ersten fliegenden Opfer!

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Samstag, 3. September 2005
Graf Rotz
Wir saßen zusammen im Garten, eine schöne laue Spätsommernacht, das sollte man genießen. Früh weg waren sie alle und meine erste Idee gegen Alleinsein und Langeweile war die Suche nach etwas süss-essbarem.

Vor der Wohnungstür wartete mit großen Augen Graf Tinky und maunzte mich vorwurfsvoll an. Er habe doch soooo einen Hunger und wurde sooo lange nicht mehr beachtet. Kurz vorher ward er noch im Garten gesehen, auf Jagd nach einer wild fiependen Spitzmaus, keine Anzeichen von Hunger oder Aufmerksamkeitsdefizit.

Nun - Maus weg, Lividus da. Tür auf und Kater laut schmatzend über dem Futternapf. Danach die dringende Aufforderung zur fremdgesteuerten Körperpflege. Also Bürste raus und den Katzenkörper unter wildem Schnurren bearbeitet.

Danach noch eine Einheit mit-Zeigefinger-unterm-Kinn-Kraulen, dann ein eindeutiger ich-will-jetzt-alleinsein-Blick, kurz die wichtigsten Spuren der Jagd und des ausgiebigen Mahls aus dem Fell geputzt, dreimal im Kreis gedreht, Augen zugemacht und in Kater-Morpheus-Arme gefallen, ohne mich auch nur eines Blickes zu würdigen.

Tja, Katze muss man sein. Andere Leute nur mit Blicken steuern und ihnen danach den Rücken zuweden, und sie dabei noch glücklich machen und ihnen putzige Wörter in Babysprache entlocken. Verlockend!

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Freitag, 2. September 2005
Argh!
Richtig ärgerlich ist es ja, das Geschenk meiner Geschwister zum bestandenen Diplom, einen großzügigen Einkaufsgutschein eines sehr tollen Geschäftes, im beginnenden Umzugschaos verbummelt zu haben. Wahrscheinlich ist er schon längst mit dem Altpapier recycled worden und ist Bestandteil der heutigen Tageszeitung. Scheissrotzteuretageszeitung.

(Und noch viel schlimmer ist, dass ich keinem außer mir dafür die Schuld geben kann! Argh!)

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Donnerstag, 1. September 2005
Supernova
Zugegeben, der Ruhrgebietsmensch liebt es, Berge aus Schutt in der Landschaft zu errichten und obendrein noch Kunst draufzustellen. Einen neuen Auswuchs der Landmarken-Kultur meiner Heimat habe ich gestern bei Sonnenaufgang (!) fotografisch und überaus romantisch dokumentiert.








Shining brighter than the sun
Blinding every eye at once
Fire's buring inside me
Burning light for all to see
To shine brighter
Shining, blinding, everlasting
Supernova


/np: Fear Factory - Supervova

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Keine Ahnung
Und dem ist wirklich so. Ein weiterer Tag der letzten vier Wochen meiner studentischen Freiheit. Ein weiterer Mittwoch, an dem ich pilsgeschwängert nach Hause komme. Ein weitere Mittwoch in meiner Heimatstadt, ein Ort, an dem füher am Mittwoch der Anfang des Wochenendes gefeiert wurde. Das war damals, als wir noch alle sechsezhn oder siebzehn waren. Dumme Zufälle wollten es wohl so, dass ich auch 10 Jahre später immer noch das selbe Ritual in der selben Kneipe ausführe. Mittlerweile jedoch mit der Aussicht, dies demnächst nicht mehr zu tun. Mit der Zuversicht, dass sich etwas verändert, sagen zu können, dass es sich bewegt.

Und da ich es liebe, solchermaßen angeheitert unter Absingen zotiger Lieder zu Hause anzukommen und irgendwas blödes zu bloggen (siehe 100 der letzten 176 Tage), hatte ich dies auch heute vor. Leider mit dem Ergebnis, dass ich keine, aber auch gar keine Ahnung habe, was es sein soll. Ich könnte Geschichten über die aufwändige Küchenschrankrestauration erzählen, ich könnte mein Seelebleben offenlegen, mich über das aktuelle Mediengeschehen oder (noch schlimmer) über meinen Musikgeschmack auslassen, ich könnte eine meiner gescheiterten Beziehungen Revue passieren lassen, könnte mich über die Unarten meiner Freunde (oder noch schlimmer) meiner eigenen auslassen. Ich könnte persönliche Zipperlein loswerden, Probleme wälzen, mich in Selbstmitleid suhlen und obendrein noch das ein oder andere Foto ruhrgebietisch geprägter Industriekultur zeigen. Zusätzlich wären noch einige Portionen Zukunfts- und Versagensangst angesagt, gefolgt von Beteuerungen, dass es doch-eigentlich-und-überhaupt-ganz-gut-läuft.

Alles Sachen, die mir bis dato viel Freude gemacht haben - heute Abend nicht. Und in den letzten Tagen auch nicht. Kacke, Opfer einer ausgeprägten Blogkrise. Wahrscheinlich muss ich erst genug Nörgel- und Heulpotential aufbauen, ehe ich anständig weitermache.

Bis dahin mache ich mir noch ein Bier auf, zünde mir eine Zigarette an, lehne mich zurück, höre etwas Musik und schaue, was die Welt um mich noch so mit sich und mir anstellt.

//np: Fear Factory - Contagion

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Samstag, 27. August 2005
Kopfabschrauber


Ha! Doch noch ein verspätetes Geburtstagsgeschenk angekommen, sonst wäre das Ding auch schon seit Montag in meinem Besitz.
Und ich mache gerade den Fehler und führe das erste Reinhören bei gedämpfter Zimmerlautstärke durch, zumal in diesem Haus auch noch andere Leute schlafen. Und dies ist bei FF Alben immer ein Fehler - es ist nun mal eine rechte Band - in dem Sinne, dass alle Regler am besten nach rechts gedreht sind.
Der erste Eindruck erinnernt mich an das erste Hören von "Digimortal" - neu erfunden haben sie sich nicht, nur ein wenig verändert. Bis jetzt astreine Kopfabschrauber, einige ruhige Momente, erstaunlich viel rockige Töne, zumindest eine typische "FF-Hymne" ist auch dabei, trotzdem hört sich alles etwas zu sauber an. Und ein wenig lieblos. Zu neu, zu ungewohnt. Zu wenig Robocop-meets-Orwell. Zu wenig Zukunfts-Apokalypse. Zu wenige Shock-to-the-System. Zu wenig gute alte Zeit. Nun. Erster Eindruck halt. Ist immer so. Morgen mal bei Stufe 10 ausprobieren. Vielleicht könnt ihr es dann hören.

Trotzdem hat das ganze mehr sentimentalen Charakter - bei jedem neuen FF-Output fühle ich in lang vergangene Zeiten zurückversetzt. Auf dieser einen Party, FF waren das Nonplusultra, von vielen von uns vergöttert. Und ich höre die Stimme von N., meiner damaligen großen Liebe, direkt in meinen Ohren: "Bah. Das hört sich an, als ob jemand nach dem Mittagessen in die Ecke kotzt."

Ja, ein wenig hat sie Recht gehabt. Aber keiner kotzt so geil in die Ecke wie Fear Factory. Und nichts ist so toll wie die gute alte Zeit. Damals war alles besser. Sogar die Zukunft.

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