Samstag, 9. Juli 2005
Madonna
Ich bin gesegnet. Ich habe SIE, die Madonna des Gothic-Metals, sehen und singen hören dürfen. In nur ein paar Meter Entfernung. Mit zweimaligem Augenkontakt. Ok, der Sound war über weite Strecken gewöhnungsbedürftig - dafür was SIE es leibhaftig. Hach. *seufz* War das schön...

... link (0 Kommentare)   ... comment


Freitag, 8. Juli 2005
Ich habe fertig
Der letzte Satz des Gutachtens erfreute mich dann doch am meisten:
"Somit beschließe ich, die Abschlussarbeit von Herrn Lividus mit der Note 'sehr gut' (1,0) zu bewerten." gez. Prof. von Lividus

Hihi... ich freu mich :-)

... link (8 Kommentare)   ... comment


Donnerstag, 7. Juli 2005
Zoobesuch
Lang wars. Und anstrengend. Und viele lärmende Kinder unterwegs und viele dumme Eltern, die ihren Kindern viele dumme Sachen über die Tiere erzähten.

Habe viele alte Bekannte wiedergetroffen, vor allem das Jemen-Chamäleon ließ sich wieder toll ablichten...



und einige Zeitgenossen begeistern bei jedem Zoobesuch groß und klein immer wieder aufs neue:

... link (3 Kommentare)   ... comment


Statusbericht
Ich habe mir die Zeit des leichten Lebens nach der Diplomarbeit anders vorgestellt. Klar - Vorfreude beschönigt immer alles und eigentlich ist auch alles ok. Trotzdem ists an der Zeit, etwas rumzujammern.

Es ist Mittwoch. Mittwoch! Mittwoch hieß früher immer: Mitte der Woche. Also: Der Beginn des Wochenendes. Dass heißt, man muss dringend im Biergarten um einen Tisch sitzen und sich erzählen, was die Woche bisher gebracht hat, was sie noch bringen soll, was das Leben bisher gebracht hat, was es noch bringen soll. Und ehe man sich versieht, stecken alle Leute (außer mich anscheinend) mitten in diesem Leben, so dass sie keinen Sinn mehr darin sehen, dies anderen mitzuteilen. Gut. Verständlich. Die einen müssen morgen lange arbeiten - ja, sie haben einen geregelten Arbeitstag und verdienen Geld, die anderen tun nicht nur dies, nein, sie gehen mit ihrer Freundin "irgendwohin, was essen" zusammen mit einem "befreundenten Pärchen". Was wird das? Kann man keinen schönen Abend haben, wenn man einen lüsternen Single dabei hat?

Wieder andere möchte man nicht treffen, mit denen scheint es langweilig zu werden (vielleicht bin ich einer von ihnen?). Noch jemand anderes zieht es vor, zu Hause "auf der Couch zu bleiben". - Und eben dort hält mich nichts. Gehe alleine in den Biergarten. Treffe dort "die Kleinen" - die Biergartengeneration nach uns. Sie reden über allerlei sinnloses Zeug, über das, was das Leben brachte und bringt und bringen soll. Sie haben gerade ihr Abitur gemacht und es verbindet sie noch dieser mystischer Zusammenhalt, der nur zu schnell auseinanderbrechen wird.

Dann trifft man Gleichaltrige und stellt fest, dass diese auch nur dummes Zeug reden. Und ich treffe die Alten, die reden noch dümmeres Zeug, weil sie ständig im Biergarten sind. Oder andersrum.

So hab ich mir das Leben nach der "sozialen Isolation" der Diplomarbeit nicht vorgestellt. Gerade heute wird mir klar, dass ich genau in diesem Zustand lebe - den größten Teil der Zeit. Ja, die Zeiten sind vorbei, als man sich mit der Großfamilie abends um den Ofen gesetzt hat und der Großvater Geschichten erzählte. Da muss ich mit auskommen. Und noch lebe ich "im Dorf" meiner Heimat, wo ich so gut wie jeden kenne, ob ich mit ihm reden will oder nicht.

Was soll kommen, wenn ich das Klischee erfülle? Das Klischee des Singles, der in seinem Miniappartement in der Großstadt vereinsamt?

Ach, alles Quängelei. Im Grunde bin ich glücklich und zufrieden - nur eine gewisse Grundnervösität macht sich breit - für Freitag hat mich El Professore zu sich geladen, um die Arbeit mir mir zu besprechen. Irgendwie grauts mir. Aber morgen gehts in den Zoo. Tiere gucken.

... link (1 Kommentar)   ... comment


Dienstag, 5. Juli 2005
armselig
Es ist schon ziemlich armselig, als radsportbegeisterter Mensch einen Nachmittag lang faul vor dem Fernseher zu liegen, Kuchen in sich zu stopfen und den leistungsstärksten Körpern der Welt zuzuschauen, wie sie die Strassen Frankreichs unsicher machen.

Noch schlimmer ists, wenn dann ein Gewitter der frischgeborenen Motivation nach dem Zieleinlauf ein Strich durch die Rechnung macht. Gottseidank ist morgen Mannschaftszeitfahren - dass dauert nicht ganz so lange. Und wehe, da kommt wieder ein Gewitter ;-0

... link (0 Kommentare)   ... comment


Samstag, 2. Juli 2005
Ich hab dich lieb
Zugeben, mittlerweile bin ich mir gar nicht mehr so sicher, dass es ein oder mehrere Autos wären, mit denen ich beschäftig wäre, hätte ich nur das nötige Geld dafür. Dies wäre mir zu klischeehaft männlich. Nun, ich bin beruhigt, außer der mittellauten Musikanlage habe ich im Auto noch nie was geschraubt ;-)

Und trotzdem bin ich eine Beziehung zu einer Sache eingegangen. War es bisher eher eine Zweckgemeinschaft, entwickelt es sich in neuester Zeit etwas intensiver. Der Grund für die Gefühlsregungen ist ist rein ästhetisch-sinnlincher Art. Wenn Fahrräder vor mir stehen oder an mir vorbeifahren, muss ich einfach hingucken. Und bei Fahrrädern ist wies wie bei Menschen - viele schaut man an und vergißt sie sofort, manche andere sind wirkliche Schönheiten, die in Kopf und Augen hängenbleiben.

Rad Nr. 2 ist das Stiefkind, im letzten Jahr im betrunkenen Kopf für 25 Euro bei eBay ersteigert - ein klassisches Peugeot Mangalore, sprich der Prototyp eines Fahrrades, so wie es Anfang der 80er auszusehen hatte - in einem katastrophalen Zustand. Wirklich wert war nur der Rahmen noch etwas - und dies macht es aus: Die Form eines Fahrrades, so wie ich es als Kind gemalt habe (die Kinder von heute malen doch nur noch diese Full-Suspension-Cross-Dinger als "Fahrrad"). Schon letztes Jahr investierte ich viel Arbeit und zuviel Geld, um einen fahrbaren Untersatz draus zu machen: Schrauben, Rahmen lackieren, schrauben, viele neue Teile, schrauben und nochmal schrauben, usw... ein Partyrad solle es sein.

In diesem einen Jahr habe ich eine diffuse Beziehung zu diesem Rad entwicklelt. Während das Verhältnis zu Rad Nr. 1 zwar leidenschaftlich, aber verhältnismäßig abgelärt ist (es weiß halt, was es kann und wie es sich verhalten muss, wenn ich drauf sitze), war es eher eine Hassliebe, die mich mit Rad Nr. 2 verband.

Bis zum heutigen Tag. Ich hatte in den letzten Wochen der Diplomarbeit immer nach neuen Sachen geschaut, habe einige eBay-Schnäppchen gemacht und alles in allem wieder viel Geld ausgegeben. Heute der große Tag in der Werkstatt. 6 Stunden lang wurde es operiert und war danach mit der neuen 14-gängigen Rennradübersetzung und der passenden Schaltung, den neuen Laufrädern und einigen anderen Accessoires kaum wiederzuerkennen. Einige Mucken sind zwar noch da, die werden aber beseitigt. Ok - es sieht immer noch aus dem ersten Blick aus wie ein ganz normales Fahrrad, nichts besonderes, keine unvernüftig teuren Sachen wie sie Rad Nr. 1 verdienen würde und ich sie mir trotzdem nicht leisten könnte, sondern etwas ganz normales. Kneipenrtauglich ist es immer noch.

Ich hatte mich seit Wochen auf diesen heutigen Tag gefreut. Und als es vollbracht war, als dieses vormals allzunormale Kneipenfahrrad in neuem Glanz vor mir stand und ich es anschaute, flüsterte ich leise "Ich hab dich lieb." - und erschrak vor mir selbst. War es ein Fahrrad geworden, das meine Zuneigung wecken kann? Anscheinden schon. Mit dem Schraubenschlüssel in der Hand fühlte ich mich in der Zeit heute wesentlich sicherer und entspannter, als im momentanen Umgang mit anderen Menschen. Während die Liebe zu Rad Nr. 1 ungebrochen ist, läuft Rad Nr. 2 in Gefahr, den Status eines geheimen Liebhabers zu bekommen. Wahrlich - ich hätte gut dran getan, 300 Euro für ein neues billiges Rad auszugeben und es als "Rad Nr. 2 " zu deklarieren, als Party- und Kneipen- und Schwimmbadrad - ich hätte aber niemals soviel Arbeit und (ja, ich nenne es so) Liebe investiert, um diese Beziehung so weit wachsen zu lassen.

Ach du liebe Güte - eigentlich bin ich froh, dass es sich nur um Fahrräder handelt. Bei Autos wäre das wesentlich teurer. Außerdem wäre ich als machohafter bezinsüchtiger Typ abgestempelt. Räder haben da wenigstens noch eine sportliche Komponente ;-) Morgen muss ich mich dringend wieder mit Rad Nr. 1 beschäftigen - stand es wärend der Diplomarbeit doch mehr oder weniger im vollen Glanz in der Ecke, dabei wartet die große Tour in diesem Jahr noch...

Kurz frage ich mich noch, warum dies so ist - warum ich von Metallgebilden mit zwei Rädern erzähle, die Gefühle in mir wecken. Ist es eine reine Notlage? Gibt es niemand anderen in meinem Leben, dem ich offen ins Gesicht sagen kann: "Ich hab dich lieb."? Gibt es nichts schöneres in meinem Leben, als einen kompletten Freitagnachmittag damit zu verbringen, mit Schraubenschlüsseln rumzuhantieren?

Die Zeit wird es mir sagen.

... link (4 Kommentare)   ... comment